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Eigenblut

Hilft Eigenblutbehandlung bei Herzinsuffizienz?

Blutkonserve Patienten mit chronischer Herzinschwäche, die noch keinen Infarkt erlitten haben, und solche mit Herzschwäche im NYHA-Stadium II profitieren von einer Immunmodulation mittels Eigenbluttherapie (ACCLAIM trial).

Entzündungsmediatoren sind bedeutsam für die Pathogenese und Progression einer chronischen Herzinsuffizienz. Einige kleinere Arbeiten zeigten, dass eine unspezifische Immumodulation auch nach Reinjektion von Eigenblut beobachtet werden konnte. Die Studie schloss 2.426 Patienten unter konventioneller Therapie mit chronischer Herzinsuffizienz (NYHA-Stadium II–IV), linksventrikulärer systolischer Dysfunktion oder Hospitalisation innerhalb der letzten zwölf Monate ein.

Je 1.213 Patienten erhielten entweder eine Eigenbluttherapie (10 ml Blut mit Natriumcitrat und Sauerstoff/Ozonmischung versetzt, mit UV-Licht bestrahlt und auf 42,5 Grad erwärmt), oder eine Placeboinjektion (10 ml Kochsalzlösung). Insgesamt wurden mindestens acht Injektionen über 22 Wochen verabreicht.

Im primären Endpunkt der Studie (kombinierte Betrachtung des Intervalls bis zum Eintritt des Todes oder einer Klinikaufnahme) unterschieden sich beide Gruppen nicht signifikant. Bei zwei Subgruppen – bei Patienten ohne vorherigen Myokardinfarkt und Patienten mit NYHA-Stadium II – zeigte die Eigenblutgruppe eine signifikante Risikominderung für die primären Endpunktereignisse von 26% bzw. 39%. Zudem besserte die Eigenblutbehandlung signifikant die Lebensqualität (sekundärer Endpunkt).

Obwohl 90% der Studienpatienten Gerinnungs- oder Thrombozytenaggregationshemmer einnahmen, traten keine schweren unerwünschten Ereignisse auf.

Kommentar:

Eine Risikominderung durch Eigenbluttherapie von 26 bis 39% für die harten Endpunkte Todeseintritt und Klinikaufnahme ist beträchtlich. Der Aufwand, den von der Therapie profitierenden Subgruppen in der täglichen Routine eine Eigenblutbehandlung anzubieten, ist vertretbar. Umso mehr, als eine Eigenbluttherapie bei Patienten mit therapeutischer Hemmung der Blutgerinnung offenbar gefahrlos möglich ist.

Das Studiendesign zeigt in idealtypischer Weise, wie die Kombination konventioneller und unkonventioneller Methoden sicher überprüft werden kann.

Zu diskutieren ist die Aufbereitung des Eigenblutes mittels Sauerstoff/Ozon, UV-Licht und Wärme. Es bleibt zu klären, ob ähnliche Effekte nicht auch durch Reinjektion von unbehandeltem Eigenblut möglich wären, oder welche der angewandten Aufbereitungsverfahren für die Effekte entscheidend sind.

Autor: D. Melchart, Zentrum für naturheilkundliche Forschung der TU München

Originalquelle: G. Torre-Amione et al. Results for a non-specific immunomodulation therapy in chronic heart failure (ACCLAIM trial): a placebo-controlled randomised trial. Lancet 2008; 371: 228–236

MMW Fortschr Med 2008; 150(13):24

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