Informationen für die Allgemeinbevölkerung

  • Es ist normal, sich traurig, ängstlich, gestresst, unsicher oder wütend zu fühlen.
  • Soziale Unterstützung hilft: Sprechen Sie mit Menschen, denen Sie vertrauen. Kontaktieren Sie ihre Freunde und Familie
  • Wenn Sie zuhause bleiben, erhalten Sie einen gesunden Lebenstil aufrecht. Dazu zählen zum Beispiel körperliche Aktivität, eine gesunde Ernährung und soziale Kontakte (gegebenfalls über Telefon/elektronische Medien).
  • Vermeiden SIe den Konsum von Tabak, Alkohol oder andereren Drogen als Strategie der Emotionsregulation.
  • Falls notwendig, suchen Sie sich Unterstützung bei Gesundheitsfachkräften oder anderen Personen in Ihrem sozialen Umfeld, denen Sie vertrauen.
  • Machen Sie sich einen Plan, wo Sie professionelle Hilfe bezüglich körperlicher, psychischer und psychosozialer Probleme erhalten können, falls dies notwendig werden sollte.
  • Sich an Fakten orientieren: Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihr persönliches Risiko und die Möglichkeiten, sich zu schützen. Verwenden SIe hierfür nur seriöse Quellen wie beispielsweise die des Robert Koch Instituts oder des Bundesgesundheitsministeriums.
  • Beachten Sie auch positive Nachrichten bezüglich der aktuellen Krise, beispielsweise die Zahlen der bereits geheilten Personen oder Berichte über milde Verläufe.

Aktivitäten zum Erhalt des Wohlbefindens in Isolation

  • Körperliche Aktivität (Yoga, Pilates, Krafttraining)Kognitiv aktiv bleiben (Spiele, Sudoku, Kreuzworträtsel)
  • Gesunde Ernährung
  • Entspannungsübungen (Atemübungen, Progressive Muskelrelaxtion nach Jacobsen)
  • Lesen von Büchern und Magazinen
  • Reduktion der Beschäftigung mit bedrohlichen Medieninhalten
  • Reduktion der Beschäftigung mit Gerüchten
  • Informationsbeschaffung nur in zuverlässigen Quellen
  • Routinen so weit wie möglich aufrechterhalten
  • Gefühl von Kontrolle herstellen durch Setzen von konkreten Zielen (bsp. Tagebuch schreiben, etwas Neues lernen)
  • Humor behalten: Humor wirkt gegen Hoffnungslosigkeit, Lachen und Lächeln kann Angst und Stress reduzieren
  • Akzeptanz extremer Emotionen

Hinweise zum Umgang mit Kindern

  • Ausreichend Aufmerksamkeit, Zuhören, Unterstützung vermitteln
  • Sichere und unterstützende Umgebung schaffen
  • Emotionsausdruck ermöglichen und empathisch begleiten
  • Eigenen Emotionsausdruck beachten und möglichst ruhig blieben (Modellfunktion)
  • Möglichkeit für Spiel und Entspannung schaffen
  • Längere Trennung von Bezugspersonen vermeiden
  • Wenn Trennung nicht vermeidbar, regelmäßiger Kontakt (bsp. per Telefon)
  • Routinen aufrechterhalten oder neue schaffen (regelmäßige Essens- und Schlafenszeiten)

Hinweis im Umgang mit älteren Menschen

  • Informationen und Kommunikation einfach und klar, so oft wie notwendig wichtige Fakten wiederholen
  • Unterstützung bei der Benutzung von Telekommunikationsmedien zur Aufrechterhaltung sozialer Kontakte
  • Einfache verständliche Informationsmaterialien verwenden
  • Besondere Aufmerksamkeit bei der Erläuterung der Funktionsweise von Schutzmaßnahmen
  • Unterstützung bei der Nutzung von Internetservices (bsp. Lebensmittellieferung)
  • Vermittlung einfacher körperlicher Übungen, die zu Hause durchgeführt werden können
  • Ermutigung zum Einbringen von Erfahrung und Expertise, zum Beispiel im Rahmen ehrenamtlicher Arbeit

Zitiert nach: Petzold, Moritz: Psychische Belastungen können reduziert werden. In: Dtsch Arztebl 2020; 117(13): A 648-54.